Die am 3. Dezember 1852 durchgeführte

Volkszählung im Königreich Hannover

Das Besondere an dieser Volkszählung ist, dass hier erstmals auf dem Gebiet des Königreichs Hannover alle Einwohner erfasst werden sollten. Dass heisst, dass anders als in früheren Volkszählungen zwischen 1833 und 1848, während der französischen Besetzung von 1811-1813 sowie bei zahlreichen regionalen Vorläufern, nicht nur die Haushaltsvorstände, sondern auch die Ehefrauen, Kinder, Pflegekinder, Knechte und Mägde erfasst wurden. Auch Personen, die wie Einlieger und manche Witwen keinen eigenen Haushalt führten, wurden genannt. Selbst arbeitssuchende Gesellen, Dienstboten, Zöglinge von Bildungseinrichtungen, in Kranken- oder Entbindungshäusern sich aufhaltende Personen und Insassen von Gefängnissen wurden am Ort ihres Aufenthalts gezählt. Zwischen Inländern und Ausländern wurde nicht unterschieden. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man hier nicht findet, sind die Soldaten, für die extra Erfassungen durchgeführt wurden. Die komplette Volkszählung wurde während weniger Tage durchgeführt. Alle Angaben beziehen sich auf das Stichdatum 3. Dezember 1852.

Die kompletten Angaben für die Einwohner sind für jede eigenständige Gemeinde in einer sogenannten "Urliste" aufgeschrieben und vom Orts- oder Gemeindevorsteher bzw. Bürgermeister geführt und unterschrieben worden. Die Urlisten von 1852, die die Grundlage für diese Edition bilden, enthalten neben den Namen auch den Familienstand, den Beruf, das Alter, die Religionszugehörigkeit sowie die Adresse für jede Person. Erhalten sind diese Urlisten für die Mehrheit der 175 Ämter und 45 Städte des Königreichs. Sie befinden sich heute in den Niedersächsischen Staatsarchiven in Aurich, Osnabrück und Stade, im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover, in zahlreichen Stadtarchiven sowie einigen Kreisarchiven.

Aufgrund dieser unübersichtlichen Überlieferungssituation sowie der großen Menge der zu erfassenden Daten steht diese wichtige Bevölkerungserfassung der historischen und der genealogischen Forschung bis heute nicht zur Verfügung. Als Grundlage für die Orts- und Heimatgeschichte, für sozialgeschichliche Fallstudien, die historische Demographie sowie die Genealogie sind die in den Volkszählungslisten von 1852 "schlummernden" Angaben von großer Bedeutung. Für die Ermittlung des Herkunftsortes von Auswanderern schließlich, von denen oft nur die Heimatregion oder die Herkunft aus dem Königreich Hannover bekannt ist, können die hier zusammengetragenen Daten den Schlüssel für bisher nicht mögliche Forschungserfolge bilden. Im Rahmen dieses Editionsprojekt sollen Amt für Amt Hefte mit den Daten der transkribierten und erfassten Urlisten in Form eines umfassenden Adressbuchs für das jeweilige Gebiet veröffentlicht werden. Ein Heft soll dabei in etwa 1600 bis 2600 umfassen. Ein Namensindex für die Familiennamen ist selbstverständlich Teil jeder Broschüre.

Wie bei jeder so umfangreichen Quelle gibt es such bei der Hannoverschen Volkszählung des Jahres 1852 Lücken in der Überlieferung. Das ist besonders dort der Fall, wo Verwaltungsreformen zu mehrfach wechselnden Aufbewahrungsorten geführt haben und wo Archivalien während des 2. Weltkrieges vernichtet wurden. Wo dies möglich ist wird in dieser Edition für Orte, für die die Urlisten von 1852 nicht vorhanden sind, ersatzweise auf die Urlisten von 1855, 1858, 1861 bzw. 1864 zurückgegriffen. In diesen Jahren wurden nach im Königreich Hannover nach demselben Schema wie 1852 Volkszählungen durchgeführt. In jedem Fall erfolgt für jeden Ort, wo dies der Fall ist, ein eindeutiger Hinweis, wie überhaupt selbstverständlich bei jedem Amt auf die Quelle und deren Signatur verwiesen wird.

Die Datenbank, die dieser Edition zugrunde liegt und Schritt für Schritt aufgebaut werden wird, steht der wissenschaftlichen und genealogischen Forschung gegen entsprechende Gebühren pro Abfrage zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte mit einer entsprechenden Anfrage an edition-hist.de, Schanzendorfer Str. 9B, 28307 Bremen.

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